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Der "Lehmberg" in der Waldemeine

Der "Lehmberg", wie er in der Waldemeine genannt wird, liegt zwischen der Alten Vlothoer Straße, heute Waldemeinestraße und der Wüstenbeke, die hier die Straße unterquert.

Im Ortsteil Waldemeine liegt direkt westlich der Alten Vlothoer Straße (heute Waldemeinestraße) und südlich der von Osten nach Westen verlaufenden kleinen Bachaue die Wüstenbeke, eines Zuflusses zur Salze, ein ca. 2 Meter hoher Hügel mit einem Durchmesser von ca. 10 Meter, an den sich nach NO einen Bogen geführter 20 Meter langer Wall anschließt, der direkt am Steilufer zum Bach hin endet.

Zur Klärung des Denkmalcharakters, wurde im Juni 1982 eine Probegrabung durchgeführt. Ein Schnitt wurde durch den Wall und ein weiterer an der Südseite des Hügelflusses angelegt. Es wurde eine künstliche, bis 2 Meter mächtige, regelmäßige Lehmschüttung über der alten Oberfläche festgestellt. Im Planum des Wallschnittes zeigten sich an der Basis Standspuren von Pfosten. Ein Pfosten reichte mindestens 60 Zentimeter unter die Oberfläche.

Zur Bachseite hin sind Partien des Walles durch Ausspülung oder Abgrabung abgerutscht. Auf der nach Südosten der alten Vlothoer Straße zugewandten Seite liegt am Wallfuß eine bis zu 60 Zentimeter mächtige jüngere Verfüllung.

Im zweiten Schnitt am Hügelfuß waren ein stufenförmiger Aufbau des ursprünglichen Hügels und die deutliche Eintiefung eines Grabens unterhalb der Oberfläche erkennbar.

Datierende Funde konnten bei der kleinen Sondierung nicht geborgen werden.

Der an den Profilen ablesbare Aufbau und bodenkundliche Beobachtungen lassen erkennen, dass es sich um eine kleine Straßenwarte handelt, die an dieser Stelle eine Furt kontrollierte .Sie wird im Zusammenhang mit dem Vorgänger des benachbarten Gutes Steinbeck im späten Mittelalter zu sehen sein. Bis 1400 verlief hier die alte Grenze zwischen Salzuflen und dem früher von den Edelherren zur Lippe erworbenen Varenholzer Gebiet. Mit der Grafschaft Sternberg gelangte Salzuflen um 1400 in den Besitz der Edelherren zur Lippe.

Daraus kann geschlossen werden, dass die kleine Anlage im 15. Jahrhundert ihre Bedeutung verlor.

Quellen: Hohenschwert, Friedrich: Aus: Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland. Stuttgart 1985.
  Dank an Rolf Dieringer, der mich auf diese kleine Ausarbeitung aufmerksam machte.