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Plattdeutsche Geschichten in Wüstener Mundart

Aufgezeichnet von Elisabeth Scherfeld – September 1990

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1 Aeole Geschichten

Aeole Dönkens un Schnecke teo muiner Tuid, iut iusen schönen Woisten. Iuse Woisten es eun Dörp seo ziemlik innen Tale, bewont van vielen netten Minsken. Früher was et eun Kerkdörp un tweu Scheoldörper, dat ganze was eben Woisten. De Grenze twischen Ober un Unnerwoisten ging biu us mitten dürt Hius, den Grenzsteun upp'n Platze hätt man wall sitten loden. Koken maken wiu früher in Unnerwoisten un schlopen deon wiu wier in Oberwoisten. Vandage es dat jo olles met Iuffel ingemendet, un dat es eok ganz schön. De Jiugend hätt vandage Fernsehn, Radio un wat et nich olles an fünen Sachen neo meiers gift. Wiu gingen früher des Omds viel inne Nobaskopp, wiu jungen Gäste maken Handarbeut un met den Öllern word votellt oder eok viel sungen; teo lachen gaf et eok geneog.

2 Kruig innen Iuffelsken Holde

Wat deomols iuse Lehrer Huinche was, de seh denn eok oft oll inner Scheole: Ja, ja, Kinder, das alte Lipper Platt und die damit verbundenen alten Geschichten, die müssen wir hochhalten. Dann votelle heu us eok van den Kruige twisken Vleode un Iuffel. De Iuffelsken hedden sik ober niu verschlopen un keumen bleoß neo bet int Iuffelske Holt, wo de Vleotsken oll an rumorn wörn. Ja, seggt deo de Iuffelske Saldodenrot, seo geuht dat niu man nich, wiu hätt doch nau köunen Kaffee hat, un dörümme müt wiu us doch eorst stärken. Jo, sehn de Vleotsken do heolt, wiu met, denn wiu hät jo oll den längsten Weg hat. Os seu niu froistückt hadden, konn sik keiner mehr reugen, seo donne wörn se olle. Van diusser Tiut ober hät dat Holt den Nomen Frettholt.

3 Nuje Technik uup'n Biuernhobe

Os junget Luid dröp eck mol den aeolen Bachelsmeuer unner biu de Schmie. De votelle miu denn eok, wat iuhn mol so passiert was. Ja Luid se heu, wenn man doch teo niuschierig es, dat döcht nich olls teoviel. De eole Biuer Schalk iut Sunnern hadde doch eunen Silo maken loden un wiul dat de eurste Silo hiur inn Dörpe was, mos eck doch eok mal hen un kuiken wat dat vörn Ding was. Eunes Dages ging eck denn metn Eukmeuer inner Hand non Sunnern dür. Os eck uppen Hoff kam, seok eck in de eunen Ecke vo de Remise eunen greoden Deckel blinkern. Holt dachte eck, dat es sicher de berühmte Silo, eck bühr den Deckel heoch un seogar eune Leddern stohnt do inne. Eck ging up de Leddern harunner un de Deckel fell achter miu teo, wat niu? Oh Bachelsmeuer, dachte eck vo miu, wat bist diu doch schrecklichen niuschierig, denn eck kreig den Deckel nich wier heoch. Met euner Hand moßt eck miu doch faste heolen, un met de annern Hand schleog eck met denn Stocke unter den Deckel, ober et nutze niks. Met eunem Mol ging de Deckel heoch un de eole Schalk reup van boben: Bachelsmeuer, wie kümmst diu in münen Silo? Jo reup eck harupper, wiewall? Ober Schütt inne Meese, wenner niks inne es. Ja Luid, wat hedde eck wall bleos maket, wenn de Silo eok man half vull was? Eok denke, seo viel Schönes hedde eck diu doch nich mehr votellen können, os eck jetzt dohn hebbe. Jaja, seh de eole Schalk, de den Dag justamende Besuch hadde un dem siunen Silo wüsen woll, wat et doch nich olles inner Welt gift. Jetzt wilt wiu ober nah Hius un us eurst mol an euner geohn Tasse Kaffee laben, eck läobe, da hätt wiu jetzt vodeunt. Et es doch wunnerbar, dat näoh olles geoht afgohn es.

4 Dat Mühlenspell
Wat miun Pappe was un de eole Beoben Enrstken spielen unwiuß gerne Mühle. Eunes Sunnobends Oms spielen de Beuden wir eohr Mühlenspell, wobui keiner van den Beuden voleusen woll. Et word jümmer hen un her schoben. De up eunmol stond iuse Mammen inner Dür un un piusse dat Lecht iut, et was demols jo nao Petroleum, ober de kost jo eok Geld, et was doch oll Sundagmorn 4 Iuhr. Ja, seggt miun leube Ernstken deo, denn wärt et ober Tuit vo miu, dat eck na Hius kume. 

5 Floiken es nich erlaubt

Eunes Dages trat iuse Pappe morns iuder Hiusdür un sag iusen Nober metn Pasteor uppa Strode stohn. Do hor heu justamente wie iuse Nober seggt, un daß vamukt Herr Pasteor, met eon Sit was eck ober de Pütten. Do seggt de Pasteor, aber mein lieber Herr Nachbar, Sie dürfen doch nicht fluchen. Nai vamukt, Herr Pasteor, eck wilt eok nich wier deon.

6 Eon Perd find jümmer no Hius
Iuse eune Noba moß eunmol inner Wiken noh Schötmar teor Genossenschaft. Dann fohr heu middags met suinen Perdken leos un twar seo, dat heu jigen Omd wir biu Moritz heolen konn. Dat Perd bleif stille stohn un iuse Noba ging eurst mol harin, üm seon lüttgen teo probeoern. Ei, wat schmicke de doch richtig lecker, man bleif sitten un drang denn neo eunen un neo eunen, bet et dann seo giegen 11 Iuhr was. Dann seh man Adjüss, ging vo de Dür un leh sik uppen Wagen, wo man doch seo buts inschlopen was. De eole Jöckel wuß den Weg ganz van olleine nah Hius, seogar de Kurven kreig heu eohne Schwieben, un vo de Hiusdür bleif heu ganz trubbe stohn, bet ühn de Noba dann in Stall brochte, teo euner geohn Krippen vuller Habern, de middags oll ferg maket was. De Noba ober kreop in siun schmuige Bedde, wo heu schwanke de Aeugen teo make. An annern Morn ober gaft et vör ühn geoh Tasse Kaffe.

7 Musik iut den Möbelwagen
Wat iuse Lehrer Köller was, de votelle miu mol, heu wör os Junglehrer in Lipperode wesen. Hiur leite heu oll den Gesangverein. Ja seggte teo miu, Elisabeth, glaubs man, als junger mensch hat man doch öfter auch noch viel Streiche und lustige Flausen im Kopf. Da wir auch damals viel Freude und Spaß liebten, so lud ich für einen Sonntag einen großen Möbelwagen zu uns. Erst luden wir das Harmonium ein und dann alle Männer vom Gesangverein. Der Wagen wurde zugemacht, und ab ging die Fahrt durch ganz Lipperode und Umgegend. Es wurde gesungen und gespielt, wir waren ein schöner Chor. Als wir abends nach Hause kamen, hatte sich doch eine Menge Leute eingefunden, die gar nichts wußten, was eigentlich los war. Als aber dann einer nach dem anderen ausstieg und alle freudige Gesichter zeigten, ging ihnen allmählich ein Licht auf und ein großes Lachen war die Folge. Weil es nun doch so schön gewesen war, sangen wir dann noch gemeinsam das Lied "In der Heimat ist es schön".

8 De Eortflaschen
De eole Willem wohne in jungen Johrs in Pilen, un wenn heu mol int Dörp kam, kehr heu eok gern in'n Woisner Kreoge in. Hiur worte denn eorst mol nen lüttken drunken, un wenn de geot schmicke, kam glücks neo eune achterher. De lüttke Eortflaschen de kam boben inne Rocktaschen, dat de bleos ganz bleif, denn de schmicke eunen in'n Hiuse doch eok neo geoht. Inner Berkenstrode fell ober miun leobe Willem düht up de Neesen, un niu seh de Flaschen jümmer kluk, kluk, kluk. Jo, seggt Willem, de dat nich richtig vostohn, jojo upp, upp, upp, help diu man sülmst up, ek kann eok nich upp. Heu dachte wal, deo hedde neo euner legen. Van eunen votellt, de just doteo kam.

9 De Kruigstuit un eohr Tücken
Os seu nohers iuse Nobas wörten, moß de Hopa während des Kriuges na Lemge int Krankenhius. Niu hedden ober de beuden öllern Lui sik eok eun Schwuin teon schlachten upfeort, eunen Schlächter ober gaf et nich, de Kerls wörn doch olle Saldode. Os de Hopa niu in Krankenhiuse was, besochte iuhn denn eunes Dages de Homa in Lemge. De eorste Froge, Modder, haet jiu dat Schwuin oll deode? Nei, seggt Homa, de Schlächters sin doch olle in'n Kruige, un wo sall man bleoß eun Mannsminske weg nimen, de us dat Schwuin schlacht. No euner Wuile dreiht sik iuse Hopa ümme un sägt, ja, denn steckt'n jetzt man Finger in'n Es, denn lacht sik weunigstens deoht. Och Luit, seggt Homa, wat was miu dat doch schanierlich teo, for de annern Kerls olle, ober os seu dann olle lachen un meunen Homa, wenn iuse Hopa oll wier Dönnekens maket, denn geut et oll wier bergup un heu kümmt unner Dagen nah Hius. Och seggt Homa, Luid, wat hebbe eck miu froigget, et word miu doch glücks seon bieden lechter ümt Harte.  

10 Dat greode Malheuer
Eck was ungefähr seo 4-5 Johr eolt, da kofte sik miun Breor eun Bandonium. Dat was ober gar nich no miunen Geschmack. Eun ode 2 mol inner Wiken droiben sik biu us de Jungs iut iuser Nobaskop teon singen un spielen. Dat wörn denn jedesmol iuse Nobars Fritze Meuerkeord, Gustav Biegemann, Gustav Pecher un Willi met Gustav Ruider. Wenn dann singen un spielt word, reup eck jeudesmol o Mama, bring mich bitte, bitte ins Bett, das große Malheuer is doch wieder da. Et was ober süs eune schöne Tiut, besonders os de Jungs neo ümmer tehaupe keumen. Un denn kam de eurste Weltkriug.

11 Guiz kinnt keune Grenzen
Iuse Nobas Anna was eun ganz sparsamet Luid. Wenn irgend wat was, se et buts, jo dat kost ober Geld un dat mot man doch sparen. Eunmol kam Nobas Willi nohn Hobe un hedde gern vo siune Hönnernester bleos eun bittken Heu eoder Streoh teon iutleggen. Jo seggt Anna, dat kannst diu hebben, ober kum man düsse Dage wier, eck mot jo jetzt ollerwegen Lecht maken, dat kost jo olles Geld. Klar seggt Willi, dat geuht, ober wat makst diu denn dor? Eck koke Euer, seggt Anna, un lüchte af un dann met de Taschenlampen in seon lüttken Pott. Mensch seggt Willi, häst diu denn hiur inner Küken kein Elektrisch? Sicher doch, seggt Anna, ober dat kost doch meier Geld os de lüttke Taschenlampenbatterie, Junge, Junge, de gift et ober auk nich ganz ümsüss. Ja, ja, et gaf deo eok oll sparsame Lui.

12 Wuinachten met Kinneräugen
In de wiuden Nobaskopp wonne eune Famuilige met meiern Kinnern. Dat lüttke was wall seo 3 oder 4 Johr. Eunen Wühnachtsmorn drof denn de lüttke Fritz eok met no de Lechterkerken ümme 6 Iuhr, dat was ober doch wal'n biden teo freoh für den lüttken Pruk, denn geu was jümmer ann votellen un froge de Mamm düt un dat. Os dann de Pasteor upp de Kanzel steig, froge iuse lüttke Fritze ganz helle, diu, Mama, wat well denn de Unkel dor in de Tunnen? Eun vagneutet Schmunzeln ging dür de Gemeune, ober et was doch jümmer neo eun Kuind, wat dor seo froge.
 
13 De Koppstand
De eole Süm Brand van Beobache was eun ganz gefälligen un frünliken Minsken, bleoß af un dann drang heu eock gerne mol eunen greoden Schluck. Biu Hoetland kon man driuste sitten, et toffte jo keiner up ühn. Dat eune Mol hadde heu ober doch seo viel lad, dat heu biun Beukenhobe oll diut innt Stölkern kam. Dat Uppstohn make ühn doch oll viel teo schaffen, denn met de Büchsendregen satt heu annen Dor faste un dobui stohn heu neo uppen Koppe. Wenn do nich just eun Nobar vobui kumen wör un hedde ühne wier ümmedreit, wer weut. off heu dor vange nau stohn wörte.

14 Tweu Döstige
Et was eun paar Johrs no den letzten Kriuge, do hadden sik hür tweu Heinis tehaupe dohn, wo man eok van seggen kann, de hätt sik socht un hätt sik funnen, denn seu möchten olle beude gern eunen iut de Flasken. Iuse Atta, wie man ühn reup, koffte sik eunes Dages seon lüttken Drüradwagen, heu hadde doch hiur in'n Dörpe eunen Kollhandel upmaket. Niu konn heu den Luin doch eok de Köhle int Hius bringen. Teo gliuker Tiut ober eok düsse beuden Heinis no Heotland in Borke fohrn, denn dat was doch dat schönste no Fiuerobend, seon Lüttken achter de Binde deo schütten. Eunmol inner Wiken brochte Atta de Beuden denn non Borke un soms gigen 11 iuhr hale heu se wir af. Dann wörten de Beuden achter upn Wagen lad un af ging de Fahrt bet no iuseb Heotland. Upp Huckepack brochte heu de Beuden inne Wertsstoben un seh, nun lotet juv man voider vull laupen, bet morn freoh in de frisken Luft werd jü schon wir nöchtern. Un tatsächlik, deosse Beuden wörn de Eursten inner Arbeut.

15 De leste Schuß
Wat iuse Noba Fritze was, hor eok siuner Tiut met teon Kriegervoeun. Wenn niu euner van den eolen Kriegers vostarb, worten jedesmol 6 Mann iutsocht, de dann am Schluß de Fuier ober dat Grab scheuden moßten. Seo was dat eok dat eune mol, olle sesse hadden aftogen, 5 ballern inne Luft, bleos Fritze siun Gewihr se garniks. Deo up eunmol ging eok düsse Schuß neo leoß. Kuk sui seggt Fritze, denn was ek diu doch ann Schlusse neo juste teo günnen.

16 Eun anner Koppküssen

Et was während des letzten Kruiges, do hadde man hiur uppen Kriukenplatze, direkt vo usser Hiusdür, eun greodet Foer Bruchsteune afladt. Wofeor un worümme dat wuß keiner, na geot, seu leugen dor niu mol. Eunes Nachts was eun Spektakel vo iuser Hiusdür, os wenn euner met Steunen schmeid. Eck stond up keik iuten Finster, do sag eck eunen Mann, de dreie eunen greoden Steun mermols ümme, teoletzte moß heu doch wall passen, denn heu nahm ühn jetzt osse Koppküssen un leh sik schlopen. Eck seh teo iusen Pappen, weißt Du wer das ist, das ist Onkel Heinrich, der will hier wohl vor der Türe schlafen. Dat hadde heu doch wall neo metkriegen, denn heu sprang up un ging de Strode harupper. Met eunen Mol bleif heu stohn un reup Gude Nacht eok un bet de annern Dage. Den greoden Steun mössen wiu natürlich an annern Dage sümst wir wegbringen.

17 De Holtkopp
Eunes Omds wörn wiu mol wier inner Nobaskop teon Besuch. Do votelle us denn de Unkel dor, dat heu inner Zeitung lesen hedde, dat in düssen Johr viele lüttke Luidens geborn wörten. Dat es denn jo man schlecht, seggt de Unkel, denn de krüht jo nohers olle keinen Kerl met. Ja seggt deo de lüttke 9 jöhrige Sunemann, de achtern Oben satt, de denn keinen mehr mett kriegt, nimmt doch eunfach eunen Holtkopp. Wiu kieken us olle greot an, mössen denn doch lachen ober seon lüttken Pruk un siunne Ansicht.

18 De Saldotentuit
De eole Onkel Hense, gebürtig eok hür iut de Schmiede, wonne in den letzten Kriugsjohrn un eok dono bet teo siunen Enne, hiur biu siuner eunen Nichte. Wenn heu de annere Nichte, de fast uppn Beobache wohne, besoiken woll, kam heu eurst nen biden biu us harin un sedde sik met inne Stoben. Biu de Rückkekr was et datsülbe. Jo Jule, seh heu denn teo iuse Mama, läuf et man, de aulen Beune witt doch nich ma seo os in jungen Johrs, ober eck sin neo teofrie, un dat es jo de Haupsache. Dann votelle heu us eok gerne seon biden iut auler Tiut, besonners os heu 12 Johre Saldode was. Eunmol was heu teo Hius in Urlaub, do word siun Vadder krank. Deo hadde miun leobe Fritze ober niks üligeres teo deon, os siune Militärsachen iut teo teon un rin in de Arbeutsklamotten un för den Pappen de Arbeut maken. No 3 Dagen kam denn de Nachricht, sofort aus dem Urlaub zur Kaserne zurück. Eck wuß oll ungefähr wat leoß was. Kerl, seh de Major osse miu sag, was hat er denn gemacht, war ihm des Königs Rock nicht gut genug? Doch, Herr Major, aber um denselben nicht zu beschmutzen, zog ich bei der Arbeit, die ich für meinen kranken Vater machte, meine alten Klamotten an und meldete mich sauber und rein wieder zur Kompanie zurück. Kerl, das hat er fein gemacht, abtreten. Sui, do hadde mui doch euner anzeiget, denn an annern Morn heude et, Hense, sofort auf die Stube kommen, do kreig eck neomol 8 Tage Urlaub, wat freuge eck mui, un miun Pappen eurst, eck drofte doch för iuhn inner Schmie arbeuggen. Seo est dat manchmol innen Lieben, eok biun Saldoden gift et Freode un Aerger. Seo Luid, seggt Onkel Hense dann teo mui, jetzt mot eck ober maken, dat eck teon Eden wier in'n Hiuse bin, bet düsse Dage.

19 De Hamsterfallen
Seo ging de Onkel denn na Hius un wiu freogen us oll up das neichste Mol, wo heu us dann wier vann eolen Tuin un eok van van siunen Erlebnissen votellen wörte.
 
Wat muin Unkel de eole Franz Fritchen was, de was innen Winder Hiusschlächter un in Sommer moß heu den Luin de Hamster un Wönewörme iut den Görnts halen. Dat äole Veutuigs was deomols oll hadder votren. Olle Dage leob heu seo met 5-6 Hamsterfallen in iusen Dörpe harüm. Wat freuje et ühn, wenn heu wier seo 10-12 Stück packet hadde. Vandage sett de meisten Lui seo lüttke Stinkekiegel, do blübt oll viele Hamsters van wege.

20 De Spoßmaker
Eunes Omds satt iuse Pasteor biu Bekannten hiur in'n Dörpe. Deo kloppe euner ganz gewaltig ant Finster. Oh, meune de Pasteor, was ist denn das? un sprang van Sofa upp. Och seggt de Suhne Herr Pasteor, dat was bleos Schütt inne Meese. Heinerken, roib de Modder, diu sast dat nich jümmer mehr seggen. Ja seggt Heinerken, den Namen hett heu eunmol un den behölt heu eok. Herr Pasteor, de Mann es neo nich inner Stoben, denn het heu oll wier siunen Spruch seggt, un tatsächlik, de Pappe neudige ühn harin, un schon seggt miun leobe August, ja schütt inne Meese, dat kann ek eok wal deon, un sedde sik buts biun Pasteor upp dat Sofa. Seo hadde doch mancher euner siunen Spitznamen Kriegen.

21 Dat lade Middageden
Onkel Hense hadde eunmol Geburtstag, un teo diusser Fuier hadde heu eok den Pasteor inladt teon Eden. Ober anstatt ½12 Iuhr osse afmakt, kam iuse Pasteor eorst veornimer Wuise ümme 1 Iuhr. Dat gefell ober Onkel Hense gar nich, denn heu konn jo keunen Middagsschlop meier heolen. Drüm seh heu schlankweg teon Pasteor, ja laeubt Seo man Herr Pasteor, met düsser Pünktlichkeut haett Seu miu direkt den ganzen Geburtstag verdorben.

22 Verwesselung van Namen
Miune Süsster was wal seo 12-13 johr, deo moß et för de Frau Schwein, de demols biu us wonnen, no Iufel teor Aftheoken un de Medizin halen, de de Doktor voschrieben hadde. Up den Truigewege begigne eot eun Landauer, de et früher neo os Kutschwagen gaf. Kleines Fräulein, möchtest du ein bißchen mitfahren? Gern, seggt muine Süsster, wenn Sie mich ein Stückchen mitnekmen möchten. Do frogt denn eok de Mann, wo warst du denn mein Mädchen. Ich mußter zur Apotheke und für Frau Schwein die Medizin abholen, die der Arzt verschrieben hatte. Do seggt de Mann, wie alt war denn das Schwein? Das ist eine Frau Schwein, seggt miune Süsster, die wohnen bei uns im Hause, und weil die keine Kinder haben, mußte ich für sie das holen. Deo faengt de Mann an teo lachen un froget suinen Kutscher, sagen Sie mal, gibt es wirklich solche Namen? O ja, seggt de, da könnt ich Ihnen schon eine ganze Reihe von sagen. Aber die lassen sich ja jetzt alle umschreiben, so daß diese alten Namen nur noch in den Kirchenbüchern zu finden sind. Seo hadde miune Süsster eok neo eunen schönen Spoß, et briuke doch nich den ganzen Weg teo Feode maschiern.

23 De Schnurrbort un suine Tassen
Un jetzt teon geon Schluß, will ek neo eun kleunet Dönneken van iuse Pappen deteo schruiben. In siuner Jugend hadde heu, wie seo viele Annere eok, eunen schönen Vullbort. Dat was doch demols ganz greode Meode. Ober met den Kaffee drinken woll et nich seo recht. Do koffe iuse Mamme eunes Dages eune Schnurbortstassen, un iuse Pappe konn doch niu eok siunen Kaffee met viel Genuß drinken. Eunes Dages fell iuhn dat schöne Stück ober iut de Hand un kaputt was de Tassen. Wat niu? Innen gingen denn Pappe un Mamme no Tante Nüllmeuer teon Katuffel iut maken, do gaft et denn eun schönet Stiutenbodder, ober Kaffee drank iuse Pappe nich. Jetzt hadde Emmi ober eunes Dages iut Iufel eune feine Schnurbortstassen met brocht. Ja seh iuse Pappe, Berta, wenn dat seo es, denn giff miu eok man eon Köppken Kaffe, iut düsser schönen Tassen kann man doch glücks bedder drinken. Siune kaputten Tassen teo Hius word dann eok dür eune Nuie ersett un dat was niu seo schön, dat heu eunmol biu us teo Hius un dann eok mol wier biu Tante Nüllmeuer siunen Kaffe drank. Sui seh iuse Pappe, man mot doch eok mol kaputtet Geschirr maken, süss gift et doch kein Nuijet.



O Woisten, iuse Woisten, wat hätt wiu Diu doch gern. Diu bist iuse Heume un dat Loibste för us, up düser Ern.
 
Quellen: Scherfeld, Elisabeth: Plattdeutsche Geschichten. Eigenverlag, September 1990.
Dank an Frau Annelore Grieger geb. Scherfeld, die für die Zweitveröffentlichung hier auf den Wüstener Geschichtsseiten ihre Zustimmung gab.