| Friedrich Konrad Krüger |
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Friedrich Konrad Krüger wurde am
16. Oktober 1772 im Falkenkrug in der Nähe von Detmold geboren. 1796
wurde er Landeskandidat,
darauf Rektor der reformierten Schule in Bielefeld, 1800 Vikar in Wöbbel,
von wo er 1801 die 3. Pfarrstelle in Detmold bekam. Im Jahre 1807 wurde er - wohl auch
auf Veranlassung der Fürstin Pauline - nach Wüsten
berufen. Ende März trat er die Pfarrstelle an.
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| Ein schweres Erbe erwartete ihn.
Wüsten stand im Ruf einer verwilderten Gemeinde. War
doch sein Vorgänger von seiner Frau geschieden und
wegen Dipsomanie entlassen. Wie konnte die Gemeinde
besser sein als ihr Pastor. Von November 1805 bis
Ostern 1807 verwaltete der Kandidat Johann Anton Steneberg aus Lage
vorübergehend die Wüstener Gemeinde. Am Ostermontag, dem 30. März
1807, war
die erste Predigt von Pastor Krüger in Wüsten, verbunden
war sie mit einer Taufe und am
5. April war seine erste Trauung in der Wüstener Kirche.
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| Das
Bild, das wir uns von ihm machen können, gründet
sich im wesentlichen darauf, was Zeitgenossen und
Spätere über ihn
geschrieben haben. August Dreves, Pastor in
Hohenhausen, schreibt in seiner "Geschichte ... der
Geistlichen des Lippischen Landes" von 1881: "Hier
[in Wüsten] hat er ungemein segensreich gewirkt. Die
Gemeinde hat ihn noch heute in dankbarem Andenken
als Pfarrer und Förderer christlichen Lebens in ihr.
Mit seiner Fürstin und Landesherrin führte er eine
eifrige Correspondenz." |
| In "Die
Geschichte der Lippischen Landeskirche", die 1926 von
Wilhelm Butterweck, Pastor in Schötmar, erschienen
ist, lesen wir: "... was er in treuer Arbeit in
Wüsten gesäet, ging nach seinem Fortgang in
Herrlichkeit auf. Wüsten wurde der Feuerherd, von
dem die Funken in alle Richtungen sprühten. [gemeint
ist hiermit, die sich nach Pastor Krüger bildende
Erweckungsbewegung]." |
| Gustav Meyer, von 1851 bis 1860
Pastor in Wüsten, schreibt in seinem Buch über
Jobstharde, mit dem er befreundet war: "...einen
ausgezeichneten Konfirmandenunterricht empfing er
von dem damaligen Pastor Krüger, welcher ... ein
ungemein kräftiger Zeuge des Evangeliums war. ...
Von Pastor Krüger hat er [Jobstharde] bis an sein
Lebensende immer nur mit großer Ehrerbietung
geredet, namentlich seine mächtige Gebetsgabe oft
gerühmt." |
| Seine
tiefe Frömmigkeit spiegelt sich auch in seinen
herausgegebenen Büchern wieder. In seiner Wüstener Amtszeit
erschienen drei davon. 1820 veröffentlichte er die
Schrift: "Betrachtungen über einige Wunder unseres
Herrn, zur Erweckung und Belebung des christlichen
Glaubens und Thuns." 1822 erschien "Die Deutsche
Theologie, eine sehr alte, für jeden Christen
äußerst wichtige Schrift ..." und 1925 "Der betende
Hohepriester Jesus Christus, oder Betrachtungen über
Joh. 17." Sein viertes Buch "Christliches
Gebetbuch zum häuslichen Gebrauche" erschien in
einer zweiten Auflage 1930 zu seiner Langenholzhausener Amtszeit. Vermutlich wird er
diese Schrift auch schon während seiner Wüstener
Zeit verfasst haben. |
| Pastor
Krüger hat sporadisch in den Wüstener Kirchenbüchern
Geschehnisse festgehalten. Er schrieb
über alltägliches und was die Bürger zur damaligen
Zeit bewegte:
"Zwischen Ostern und Pfingsten des Jahres 1809 zog
der Schullehrer Freitag von Kaspars Hofe auf das zur
Schule angekaufte Henrich Zurheidensche Colonat Nro.
[38] in Oberwüsten und hielt d. 24ten Juni zuerst
Schule in der an der linken Seite des Hauses
eingerichteten Schulstube." Oder: "1756 18.
Februar war Erdbeben auch hier im Lande darüber ein
Buß Bettag d. 3ten Merz angestellt worden." Und:
"1726 Ein dürrer Sommer viele Fliegen, und rothe
Ruhr." Er schrieb aber auch zur großen Politik: "Am
30ten Maj 1814 wurde zu Paris zwischen Ludwig XVIII
und Georg III von England, Franz I von Oestreich,
Alexander I, den Gesegneten von Russland, Friedrich
Wilhelm III von Preußen und deren sämtlichen Alliierten endlich Frieden geschlossen. Der
unüberwindlich geglaubte Napoleon Bonaparte war
überwunden, seiner angemaßten Kaiserwürde beraubt
und kam als Herzog nach der Insel Elba, um über
seine vielen Greuelthaten nachzudenken."
u.v.a.m. |
In der
Zeit, als er Rektor der reformierten Schule in Bielefeld war,
lernte er seine spätere Frau Ferdinandine
Henriette Haffbauer kennen.
In Wüsten wurden ihnen drei Kinder geboren.
Wilhelmine Friederike Auguste (11. Juli 1809),
Ferdinand Henrich (28. März 1812) und Louise
Conradine Henriette (29. Oktober 1814). |
| Im
Jahre 1926 wurde er nach Langenholzhausen berufen, wo
er noch sieben Jahre segensreich tätig war. Dort
starb er am 27. Januar 1834. |
| Sein
Nachfolger in Wüsten war Pastor Ludwig Volkhausen.
Er predigte im Sinne des Konsistoriums völlig
rationalistisch. Das führte dazu, dass viele
Wüstener sonntäglich den weiten Weg auf sich nahmen,
um in Langenholzhausen 'ihren Pastor' zu hören.
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| "Wie
unsicher es noch um 1821 in Wüsten war, erhellt aus
der Tatsache, daß der Küster Knöner, der in dem Rufe
der Wohlhabenheit stand, seine Wohnung gegen Räuber
aus Herford und Umgegend befestigen mußte. Krüger
schrieb damals: "Wir sind hier jederzeit in Gefahr,
vom Lande überfallen zu werden." zitiert ihn Pastor
Butterweck in seiner Kirchengeschichte. |
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Titelseite der "von Friedrich Conrad Krüger
Pastor zu Wüsten bei Salzuflen im Lippischen" 1822
neu herausgegebenen Schrift:
"Die Deutsche Theologie". |
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Titelseite eines Buches, das
Pastor Friedrich Conrad Krüger 1825
während seiner Wüstener Amtszeit geschrieben hat. |
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Gedenktafel für Pastor Krüger an der Kirche zu
Langenholzhausen. |
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"DIES
IST MEIN AUFTRAG BIS ZUM STERBEN:
SEELEN FÜR DAS LAMM ZU WERBEN!"
FRIEDRICH KONRAD KRÜGER
VORLÄUFER DER ERWECKUNGSBEWEGUNG
IN LIPPE
GEB. 16. 10. 1772 IN DETMOLD
1801-1807 PASTOR IN DETMOLD
1807-1826 PASTOR IN WÜSTEN
1826-1834 PASTOR IN LANGENHOLZHAUSEN
GEST. 27. 1. 1834. BEERDIGT
IN LANGENHOLZHAUSEN
ZWISCHEN KIRCHEN- UND SCHULGEBÄUDE
HEBRÄER 13. 7 |
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